Glaswolle oder Steinwolle: Welcher Dämmstoff ist besser?
Der große Mineralwolle-Vergleich für Ihr Dämmprojekt: Erfahren Sie die Unterschiede in Wärmeleitfähigkeit, Brandschutz, Schallschutz und Preis.
Materialvergleich und Übersicht
| Kriterium | Glaswolle | Steinwolle |
|---|---|---|
| Rohstoffbasis | Altglas & Quarzsand | Vulkanisches Gestein (Basalt) |
| Brandschutz | A1 (nicht brennbar, Schmelzpunkt ~700°C) | A1 (nicht brennbar, Schmelzpunkt >1000°C) |
| Schallschutz | Gut (mittlere Rohdichte) | Hervorragend (hohe Rohdichte) |
Rohstoffe und Struktur der Mineralwolle
Sowohl Glaswolle als auch Steinwolle gehören zur Obergruppe der mineralischen Dämmstoffe (Mineralwolle). Sie unterscheiden sich jedoch in den verwendeten Rohstoffen und physikalischen Eigenschaften:
- Glaswolle: Besteht zu bis zu 80 % aus Altglas, vermischt mit Sand, Soda und Kalkstein. Die Fasern sind sehr lang und elastisch. Dadurch lässt sich Glaswolle stark komprimieren (spart Transportvolumen) und ist sehr leicht.
- Steinwolle: Besteht aus vulkanischem Gestein (Basalt, Diabas), Koks und Recyclingmaterial. Die Fasern sind kürzer und starrer. Steinwolle-Platten besitzen dadurch eine höhere Rohdichte und Druckfestigkeit, sind jedoch spürbar schwerer und lassen sich kaum komprimieren.
Eigenschaften im direkten Vergleich
Für die Auswahl am Bau sind folgende Unterschiede entscheidend:
1. Wärmedämmung: Beide Dämmstoffe erreichen sehr gute Wärmeleitfähigkeiten (üblicherweise WLG 035 oder WLG 032). Glaswolle hat bei sehr geringem Gewicht leichte Vorteile im Spitzenbereich.
2. Schallschutz: Durch das höhere Eigengewicht und die höhere Rohdichte absorbiert Steinwolle Schallwellen besser. Für Trennwände im Trockenbau oder Trittschalldämmungen wird Steinwolle daher oft bevorzugt.
3. Brandschutz: Beide Materialien sind nach DIN EN 13501-1 als "nichtbrennbar" (Baustoffklasse A1) eingestuft. Steinwolle besitzt jedoch einen höheren Schmelzpunkt (über 1.000 °C) als Glaswolle (ca. 700 °C) und wird für Brandschutz-Systemwände (z. B. F30 bis F90) zwingend gefordert.
- Verwenden Sie elastischen Glaswolle-Klemmfilz für die Zwischensparrendämmung im Steildach.
- Nutzen Sie Steinwolle-Dämmplatten für Brandschutzwände, Deckenauflagen und hinterlüftete Fassaden.
- Achten Sie bei der Verarbeitung auf Schutzkleidung (Staubmaske, Handschuhe) zur Vermeidung von Juckreiz.
Kostenvergleich 2026
Glaswolle ist in der Herstellung und im Transport (dank Komprimierbarkeit) günstiger. Eine typische Glaswolle-Dachdämmung liegt preislich ca. 20 % bis 40 % unter einer vergleichbaren Steinwolle-Dämmung. Steinwolle ist die leistungsfähigere, aber auch investitionsintensivere Dämmlösung. Wählen Sie Steinwolle vor allem dann, wenn Schallschutz oder Brandschutz explizit gefordert sind.
Regionaler Einkauf & Preisvergleich: Checklist für Bauherren
Wenn Sie Baumaterialien wie Dämmung, Holzwerkstoffplatten, Estriche oder Trockenbaukomponenten in größeren Mengen anfragen, sollten Sie nicht nur den nackten Materialpreis vergleichen. Logistikkosten, Entladepauschalen und die regionale Verfügbarkeit spielen eine entscheidende Rolle.
- Lieferzeiten abfragen: Einige Baustoffhändler haben Standardmaße auf Lager und können binnen 24-48 Stunden liefern. Sonderformate müssen oft ab Werk bestellt werden und haben Wochen Lieferzeit.
- Fracht- & Kranpauschalen klären: Schwere Baustoffe erfordern einen Kran-LKW zur Entladung vor Ort. Prüfen Sie, ob diese Pauschale bereits im Angebot enthalten ist.
- Zubehör mitdenken: Sparen Sie nicht am falschen Ende. Passendes Systemzubehör (wie Spezialschrauben, Klebebänder, Dampfsperren) sichert die Gewährleistung und Langlebigkeit Ihrer Konstruktion.
- Mengenermittlung verifizieren: Nutzen Sie im Zweifel die Verarbeitungsrichtlinien der Hersteller oder unseren Projekt-Assistenten, um den tatsächlichen Bedarf inklusive Verschnitt zu kalkulieren.
Mineralwolle-Dämmstoffe vergleichen
Fragen Sie Klemmfilz, Dämmplatten oder Brandschutzplatten aus Glaswolle und Steinwolle direkt bei Baustoffhändlern an.
Materialliste startenHäufige Fragen (FAQ)
Ist moderne Mineralwolle gesundheitsschädlich?
Nein. Seit dem Jahr 2000 in Deutschland hergestellte Mineralwolle ist biolöslich und gilt als gesundheitlich unbedenklich. Achten Sie auf das RAL-Gütezeichen auf der Verpackung.
Welcher Dämmstoff juckt weniger bei der Verarbeitung?
Glaswolle juckt aufgrund der längeren, dünneren Fasern meist etwas stärker auf der Haut als Steinwolle. Duschen Sie nach der Arbeit kalt ab, um die Fasern von der Haut zu spülen.
Kann man Glaswolle auf dem Flachdach als Trittdämmung nutzen?
Nein. Glaswolle besitzt keine ausreichende Druckfestigkeit. Für begehbare oder belastete Flachdachdämmungen müssen druckfeste Steinwolle-Platten oder PIR-Hartschaumplatten verwendet werden.