Abbindender Fugenspachtel (Typ 4B) wird aus Pulver angemischt und härtet chemisch aus; er eignet sich für das Füllen der Fugen, je nach Kantenform mit oder ohne Bewehrungsstreifen. Pastöse Füll- und Feinspachtel (Typ 3A) sind gebrauchsfertig und werden mit Bewehrungsstreifen eingesetzt. Feinspachtel (Typ 2A) dienen dem Finish für höhere Oberflächenqualitäten Q3 und Q4.
Die Oberflächenqualität Q1 bis Q4 richtet sich nach der späteren Beschichtung (IGG-Merkblatt 2): Unter Fliesen genügt Q1 – die Fugen werden nur gefüllt, nicht geglättet. Q2 ist die Standardverspachtelung für Raufaser und matte Anstriche. Q3 mit breiter ausgezogenen Fugen und abgezogener Kartonoberfläche wird für feine Strukturen und bei Streiflicht gewählt, Q4 mit einer vollflächigen Spachtelschicht über 1 mm für glatte, glänzende Oberflächen.
Bei abgeflachten Kanten (AK) und Schnittkanten wird mit Bewehrungsstreifen gearbeitet; halbrunde abgeflachte Kanten (HRAK) können mit einem Fugenspachtel Typ 4B je nach System auch ohne Streifen verspachtelt werden. Hinweis: Für Gipsfaserplatten gibt es einen eigenen Gipsfaser-Fugenspachtel. Verarbeitungszeit, Verbrauch und Gebinde sind herstellerabhängig.
Pulver oder Fertigspachtel? Pulverspachtel wird mit Wasser angemischt, ist trocken gelagert lange haltbar und hat eine begrenzte Verarbeitungszeit. Abbindende Pulver (B) härten auch in dickeren Fugen gleichmäßig aus und sind schnell überarbeitbar.
Fertigspachtel aus dem Eimer (A) ist sofort verarbeitbar, bleibt im geschlossenen Eimer lange offen und trocknet an der Luft – ideal für dünne, breite Finish-Lagen und kleine Ausbesserungen, aber nicht zum Füllen tiefer Stellen in einem Gang. Verarbeitung: Gespachtelt wird erst, wenn die Platten sich an das Raumklima angepasst haben, bei mindestens etwa +10 °C Raum- und Plattentemperatur und ohne dauerhaft hohe Luftfeuchte (IGG-Merkblatt 1). Schnittkanten anfasen, Fugen entstauben, zwischen den Gängen durchtrocknen lassen und nur die Spachtelflächen schleifen – nicht den Karton.
Vor Anstrich oder Tapete wird grundiert (IGG-Merkblatt 6). Menge und Lieferung: Der Verbrauch hängt von Plattenformat, Kantenform, Bewehrungsstreifen und Qualitätsstufe ab und steht im technischen Merkblatt des angebotenen Produkts; für Q3 und vor allem Q4 wird deutlich mehr Material benötigt als für Q2. Sackware und Eimer werden auf Wunsch palettenweise geliefert, für große Flächen gibt es auch maschinell spritzbare Spachtelmassen – Eignung, Gebinde und Liefermengen bestätigt das Angebot.
- Gebrauchsfertig aus dem Eimer (Typ 3A)
- Fugen füllen mit Bewehrungsstreifen und glätten
- Qualitätsstufen je nach Produkt bis Q4
- Nach DIN EN 13963